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PQ-VOB · Öffentliche Vergabe
Präqualifikation am Bau: Eignungsnachweise für öffentliche Aufträge im Griff
Wer öffentlich bauen will, muss Eignung beweisen — für sich und für jeden benannten Nachunternehmer. Die Präqualifikation nach VOB/A bündelt diese Nachweise in einer PQ-Nummer; wer sie nicht hat, kämpft sich bei jeder Vergabe neu durch Einzelbelege.
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Was ist die Präqualifikation (PQ-VOB)?
Die Präqualifikation ist die auftragsunabhängige Vorab-Prüfung der Eignung nach VOB/A: Zertifizierte PQ-Stellen prüfen die Unternehmensnachweise und tragen den Betrieb in das amtliche Verzeichnis des Vereins für die Präqualifikation von Bauunternehmen ein. Im Vergabeverfahren ersetzt die PQ-Nummer dann den gesamten Stapel an Einzelnachweisen — grundsätzlich ein Jahr lang, mit laufender Aktualisierungspflicht für Bescheinigungen mit kürzerer Laufzeit.
Diese Nachweise stecken hinter der PQ
Die Präqualifikation ist im Kern ein gepflegtes Dokumentenpaket. Geprüft und hinterlegt werden insbesondere:
- Eintragung im Berufsregister (Handelsregister / Handwerksrolle)
- Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft und SOKA-BAU
- Freistellungsbescheinigung nach §48b EStG
- Nachweis der Betriebshaftpflichtversicherung
- Eigenerklärungen: keine schweren Verfehlungen, keine Insolvenz, Tariftreue/Mindestlohn je nach Landesvergabegesetz
- Umsatz- und Referenzangaben der letzten Geschäftsjahre
PQ vs. Einzelnachweise: der Unterschied in der Praxis
| Präqualifiziert | Nicht präqualifiziert |
| PQ-Nummer im Angebot genügt | Eigenerklärungen abgeben + Nachweise auf Verlangen binnen kurzer Frist nachreichen |
| Nachweise werden zentral aktuell gehalten | Je Vergabe neu zusammensuchen — Fehlerquelle Nr. 1 für Angebotsausschlüsse |
| Wirkt auch gegenüber privaten Auftraggebern als Qualitätssiegel | — |
Die Präqualifikation ist freiwillig — aber wer regelmäßig an öffentlichen Vergaben teilnimmt, spart mit ihr nicht nur Zeit, sondern senkt vor allem das Risiko, wegen eines fehlenden oder abgelaufenen Belegs ausgeschlossen zu werden.
Der unterschätzte Teil: die NU-Kette
Setzen Sie Nachunternehmer ein, verlangt der öffentliche Auftraggeber das NU-Verzeichnis — also die Erklärung, welche Leistungsteile an wen vergeben werden — und für jeden benannten NU den Eignungsnachweis inklusive Verpflichtungserklärung, dass dessen Kapazitäten tatsächlich zur Verfügung stehen. Ein nicht präqualifizierter, nachweisschwacher NU kann damit Ihr ganzes Angebot kippen. Prüfen Sie die Vergabefähigkeit Ihrer Stamm-NUs deshalb vor der Angebotsphase, nicht währenddessen — welche Dokumente dazugehören, zeigt die Nachunternehmer-Dokumenten-Checkliste. Die Formalien des NU-Einsatzes selbst (Anzeige, Zustimmung des AG) regelt die VOB/B in §4 Abs. 8.
Praxisfall: Submission in 5 Tagen, der Auftraggeber fordert die Eignungsnachweise Ihrer beiden benannten NUs nach. Die SOKA-Bescheinigung des Trockenbauers ist seit sechs Wochen abgelaufen, der NU ist auf der Baustelle schwer erreichbar — die Frist verstreicht, Ihr Angebot wird ausgeschlossen. Kalkulationsaufwand und Auftragschance sind verloren.
Aktualität als Dauerthema
Auch mit PQ gilt: Bescheinigungen mit Verfallsdatum — SOKA-BAU, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft, §48b — müssen laufend nachgeliefert werden, sonst erlischt der Eintrag. Wer die Fristen der eigenen Nachweise und der NU-Nachweise zentral überwacht, ist bei jeder Submission lieferfähig — und genau das unterscheidet Sie im Wettbewerb um öffentliche Aufträge. Wie ein solches System aufgebaut ist, lesen Sie im Leitfaden zum Fristenmanagement für Bescheinigungen.
Tipp: Legen Sie für jede Bescheinigung nicht nur das Ablaufdatum fest, sondern auch eine Vorlauffrist von 30 Tagen für die Neubeantragung — Behörden und Kassen brauchen Bearbeitungszeit, und ein lückenloser Nachweis zählt bei der PQ-Stelle wie beim Auftraggeber.
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Häufige Fragen zur Präqualifikation am Bau
Was kostet die Präqualifikation nach VOB/A und wie lange dauert sie?
Die Erstprüfung bei einer zertifizierten PQ-Stelle kostet je nach Stelle und Unternehmensgröße meist einige hundert Euro, hinzu kommen jährliche Gebühren für die Aufrechterhaltung des Eintrags. Die Dauer hängt vor allem davon ab, wie schnell Sie die Nachweise vollständig beibringen – wer alle Bescheinigungen griffbereit hat, ist in wenigen Wochen eingetragen.
Ist die Präqualifikation für öffentliche Aufträge Pflicht?
Nein, sie ist freiwillig. Ohne PQ-Eintrag müssen Sie Ihre Eignung aber je Vergabe über Eigenerklärungen nachweisen und die Belege auf Verlangen binnen kurzer Frist nachreichen. Die PQ-Nummer ersetzt diesen Stapel an Einzelnachweisen und reduziert das Risiko, wegen fehlender oder abgelaufener Belege ausgeschlossen zu werden.
Wie lange ist die Präqualifikation gültig?
Der Eintrag im PQ-Verzeichnis gilt grundsätzlich ein Jahr und wird dann erneut geprüft. Wichtig: Bescheinigungen mit kürzerer Laufzeit – etwa von SOKA-BAU, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft oder die §48b-Freistellungsbescheinigung – müssen laufend nachgeliefert werden, sonst erlischt der Eintrag schon vorher.
Müssen auch meine Nachunternehmer präqualifiziert sein?
Eine Pflicht besteht nicht, aber der öffentliche Auftraggeber verlangt für jeden benannten Nachunternehmer den Eignungsnachweis plus Verpflichtungserklärung. Ein präqualifizierter NU liefert das mit seiner PQ-Nummer in Sekunden; bei nicht präqualifizierten NUs müssen Sie die Einzelnachweise selbst einsammeln und aktuell halten – sonst kann ein einziger nachweisschwacher NU Ihr ganzes Angebot kippen.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Juni 2026.